Dialektik der Teilhabe. Dynamiken sozialräumlicher Öffnung und Schließung

Aussteller: Promotionskolleg “Dialektik der Teilhabe. Dynamiken sozial-räumlicher Öffnung und Schließung”, Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main

Am Institut für Sozialforschung hat in Kooperation mit dem Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität zum 1. Dezember 2022 das von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Promotionskolleg »Dialektik der Teilhabe. Dynamiken sozialräumlicher Öffnung und Schließung« (PK052) seine Arbeit aufgenommen.

Ausgangspunkt des Promotionskollegs „Dialektik der Teilhabe“ ist die Annahme, dass die Entwicklungsdynamik moderner, demokratisch-kapitalistischer Gesellschaften eine Doppelbewegung aufweist: 

Der historischen Bewegung einer institutionellen Garantie und Erweiterung von Teilhabemöglichkeiten korrespondiert die Gegenbewegung ihrer Verweigerung und Einschränkung – die Öffnung und Schließung von Teilhaberäumen gehen in der Geschichte der Moderne Hand in Hand. 

Das Promotionskolleg geht diesen miteinander verbundenen Öffnungen und Schließungen nach und hat zum Ziel, eine empirisch breit fundierte Gegenerzählung zu dem modernisierungstheoretischen Narrativ der stetigen Öffnung von Teilhaberäumen zu entwickeln. Der widersprüchliche Zusammenhang gegenläufiger Dynamiken soll mit Hilfe der Figur der Dialektik offengelegt und analysiert werden. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der sozial-räumlichen Dimension dieser Öffnungs- und Schließungsprozesse sowie der Beziehung lokaler und globaler Vergesellschaftungsdynamiken.

Insbesondere die sozial-ökologische Transformation wird gegenwärtig zur Arena, in der Ein- und Ausschlüsse ausgehandelt werden und sich Öffnungen und Schließungen von Teilhaberäumen beobachten lassen. Als „ökonomisch-ökologische Zangenkrise“ beschreibt Dörre (2019) die Situation derzeitiger kapitalistischer Gesellschaften. Die sozial-ökologischen Verhältnisse, deren Ausbeutung und Erschöpfung, bilden dabei eine unausweichliche und existentielle Bedingung für Teilhabekonflikte und -kämpfe in und um lokale und globale Mobilitäten, Positionen und Bewegungen im sozialen Raum.

Wo und in welcher Form derartige konflikthafte gesellschaftliche Prozesse, Krisen und Transformationen verarbeitet und bearbeitet werden, erforschen die Promotionsprojekte des Kollegs – sozialphilosophisch, sozialpsychologisch als auch sozialstrukturell – in unterschiedlichen umkämpften Teilhaberäumen und -formen. Die Felder der Projekte erstrecken sich dabei von Produktions- und Reproduktionswelten über regionale, globale und digitale Räume, regressive und progressiv-emanzipatorische Mobilisierungen bis hin zu apolitischen Rückzügen, demokratischen Partizipationsansprüchen und Mitbestimmungsbedürfnissen.

Die Projekte lassen sich wiederum in drei Untersuchungsfeldern und ihren spezifischen Beobachtungsperspektiven verorten:

  1. Räumliche Mobilität und relationale Un-/Beweglichkeit
  2. Soziale Mobilität und relationale Auf-/Abstiege
  3. Politische Mobilisierung und relationale Gegen-Bewegungen

Analytisch ist das Kolleg einem methodologischen Relationalismus verpflichtet, der lokale und globale Vergesellschaftungsdynamiken systematisch in Beziehung zueinander setzt. Disziplinär verortet es sich an der Schnittstelle von Soziologie, Humangeographie und Geschichtswissenschaft, ist dabei jedoch offen auch für weitere sozialwissenschaftliche Disziplinen und Perspektiven.

Einen Einblick in die Themen der insgesamt 15 Projekte im Rahmen des Promotionskollegs „Dialektik der Teilhabe“ finden Sie hier:

Kontakt

Kollegiat:innen: Gregor Berger, Max Jansen, Ann-Katrin Kastberg, Sarah Kruck, Georg Marx, Anna Rosa Ostern, Marie Reich, Jonas Schmeinck, Laura Späth, Constanze Stutz, Rahel Zelenkowits,Timo Dorsch, Anton Schmidt, Mahir Türkmen, Silvia Del Canto,
Webseite: https://promotionskolleg.ifs.uni-frankfurt.de/start.html